+++ Christen in der AfD Mitteldeutschland wählen neuen Vorstand +++
Turnusgemäß hat der Regionalverband Mitteldeutschland der Christen in der AfD e.V. (ChrAfD Mitte) am vergangenen Samstag auf der jährlichen Mitgliederversammlung in Leipzig seinen Vorstand für die kommenden zwei Jahre neu gewählt. Flächenmäßig deckt der Verband die Freistaaten Thüringen und Sachsen sowie das Bundesland Sachsen-Anhalt ab.
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Das neue Führungsgremium setzt sich wie schon bisher aus zwei Sprechern, ihren beiden Stellvertretern und drei Beisitzern zusammen. Als Sprecher wurden von den Mitgliedern der Chemnitzer Stadtrat Ulrich Oehme (röm.-kath.) und der Leipziger Stadtrat Jörg Kühne (ev.-luth.) wiedergewählt und damit auch deren bisherige Arbeit einstimmig gewürdigt.
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Ihnen zur Seite stehen als Stellvertreter weiterhin die beiden Meißener Kreisräte Dr. Stephan Waidmann (röm.-kath.) und Steffen Reck (ev.-luth.). Ergänzt wird die Mannschaft durch den Thüringer Landtagsabgeordneten Dr. Jens Dietrich sowie die beiden Leipziger Stadträte Roland Ulbrich und Tobias Keller, der neu ins Team gewählt wurde.
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Keller ist als Landtagsabgeordneter zudem Kirchenpolitischer Sprecher der AfD Fraktion Sachsen und auch vor diesem Hintergrund eine willkommene Verstärkung im Regionalverband. Die beiden Regionalsprecher sehen in dem neuen Vorstand nicht umsonst eine gelungene Mischung aus bewährter Kontinuität und frischem Wind als prägende Elemente für die nächsten zwei Jahre.
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In ihrem Rechenschaftsbericht konnte nicht nur die auf inzwischen 107 gestiegene Mitgliederzahl hervorgehoben werden. Auch die im zehnten Jahr seit Gründung der Christen in der AfD gefestigten Strukturen vor Ort wurden betont. Trotz diverser Widrigkeiten sei die Präsenz und Bekanntheit der Christen - unter anderem durch zahlreiche Infostände - weiter ausgebaut worden.
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Würdig und mit Blick auf den anschließenden Vortrag nachdenklich, gleichzeitig aber auch mutmachend eingerahmt, wurde die Veranstaltung durch Pfarrer Martin Michaelis, der der Einladung der Christen in der AfD am Samstag gern folgte. Seine tiefen Einblicke in den amtskirchlichen Umgang mit demokratischem Engagement machten teils sprachlos. Diesem Teil widmen wir einen gesonderten Beitrag.

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+ + + Grußbotschaft der Christen in der AfD e.V. zum "Marsch für das Leben" 2025 am 20. September 2025 in Berlin und Köln + + +
Christen in der AfD bekennen sich zum Lebensrecht und zum Lebensschutz
Auch in diesem Jahr übersenden wir eine Grußbotschaft zum Marsch für das Leben. Dieses Ereignis, zu dessen Teilnahme am 20.09.25 ab 13.00 in Berlin und Köln wir herzlich ermuntern, wird für das Überleben unserer christlich geprägten Gesellschaft immer existentieller. Eine regeTeilnahme auch von Seiten der ChrAfD wäre daher sehr wünschenswert.
Liebe Freunde und Schützer des ungeborenen Lebens!
Obwohl der Marsch für das Leben eine langjährige Institution ist, hat Ihr Zeugnis heute nochmals ganz besondere Bedeutung. Denn das Jahr 2025 ist vielleicht ein Schlüsseljahr für die Zukunft der Menschwürde und der ihr gebührenden Achtung in Deutschland. Wenn auf politisch höchster Ebene bereits darüber diskutiert wird, Ungeborenen ihre Würde grundsätzlich abzusprechen; wenn Vertreter derartiger Ansichten mit verfassungsrichterlicher Würde bekleidet werden sollen, so zeigt das, wie tief unser Land bereits nicht nur von einer christlichen, sondern überhaupt von einer lebensbejahenden Kultur abgefallen ist.
Die Botschaft des Evangeliums ist eine Botschaft des Lebens. Sie ergeht an „alle Menschen, die guten Willens sind“ (vgl. Lk 2,14). Gott sei Dank fehlt es trotz allem nicht an Christen und anderen, wohlgesinnten Menschen wie Ihnen, die sich in den vergangenen neun Monaten für das Leben stark gemacht und Schlimmeres verhindert haben: nämlich die Liberalisierung des ‚Abtreibungsparagraphen‘ (§218 StGB) und die Berufung der Abtreibungsbefürworterin Frauke Brosius-Gersdorf ans Bundesverfassungsgericht.
Letzteres ist zu guten Teilen der Courage einer Vielzahl von Bürgern zu verdanken, die die Abgeordneten der CDU durch persönliche Ansprache an den christlichen Selbstanspruch ihrer Partei erinnert haben – ein Selbstanspruch, der leider sogar von den höchsten Parteivertretern der CDU immer wieder verraten wird. So antwortete Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich im Bundestag auf die Frage der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch, ob er die Infragestellung der Menschenwürde vor der Geburt durch eine nominierte Verfassungsrichterin mit seinem Gewissen vereinbaren könne, mit einem lapidaren: „Ja.“
Hier offenbart sich, dass es die AfD ist, die der schleichenden Erosion des Lebensrechts in der Politik effektiv Einhalt gebietet und den Finger in die Wunde legt. Denn die Haltung zum Lebensschutz wird zunehmend zu einer politischen Bekenntnisfrage. Die AfD ist in diesem Bekenntnis unerschrocken und hat deshalb Ende November 2024 im Bundestag die Einführung eines Gedenktags für das ungeborene Leben gefordert.
Das Evangelium berichtet von Jesus: „Er nahm ein Kind und stellte es in ihre Mitte“ (Mk 9,36). Auch wir wollen eine Gesellschaft, die nicht den wirtschaftlichen Profit und die Kriegstreiberei, sondern die Kinder in ihre Mitte stellt. Denn Jesus fügt hinzu: „Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf“ (ebd. V. 37). Wir deuten diese Worte auf eine Willkommenskultur des ungeborenen Lebens. Als Verein ‚Christen in der AfD‘ danken wir Ihnen dafür, dass Sie sich für eine solche Willkommenskultur einsetzen, wie sie unsere Partei in ihrem Wahlprogramm fordert.
In der Tat, wer einmal ein Neugeborenes in den Armen gehalten hat, versteht den Satz des Kirchenvaters Irenäus von Lyon: „Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch“. Seien wir zuversichtlich: Etwas von dieser Herrlichkeit und Lebendigkeit wird auch auf uns, wird auf Volk und Gesellschaft übergehen, wenn wir es nur wollen und uns im persönlichen wie auch im gesellschaftlichen Umfeld für die Kleinsten einsetzen.
Ihr Engagement und Bekenntnis wird es bewegen, mit Gottes Hilfe!
Für den Bundesvorstand der ChrAfD
Gez.: Joachim Kuhs Gez.: Ulrich Oehme
Vorsitzender (ev/frk) Vorsitzender (rk/orth)
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Mehr Infos über den Marsch für das Leben erhalten Sie hier: https://bundesverband-lebensrecht.de/
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Vandalismus an Liebfrauen-Überwasserkirche in Münster wegen Preisverleihung an konservativen US-Bischof
Neben dem Paulusdom ist die katholische Liebfrauen-Überwasserkirche, die im Jahre 1340 als gotische Hallenkirche erbaut wurde, die älteste Kirche Münsters. Ende Juli 2025, einen Tag vor der Verleihung des Josef-Pieper-Preises an den konservativen US-Bischof Robert Barron durch die gleichnamige Stiftung in Münster, wurde diese Kirche zum Entsetzen der Münsteraner mit abstoßend-rötlicher Farbe beschmiert. Hass-Parolen wie: „Fuck Judas“ oder „Fuck Trump“ verunstalteten das Gotteshaus.
Der Staatsschutz der Polizei Münster ermittelt gegen die Sachbeschädigungen bisher unbekannter Täter, wahrscheinlich aus dem linksextremen Milieu. Die Beseitigung der Vandalismus-Schäden wurde aufgenommen.
Hintergrund ist die konservative Haltung von Bischof Barron, der Donald Trumps queer-kritische Politik unterstützt und Regenbogenfahnen an christlichen Schulen
ablehnt.
Der umstrittene Bischof erhielt den Josef-Pieper-Preis, weil er die Botschaft des Christentums in den modernen Medien auf besondere Weise verkündete. Mit zahlreichen Publikationen möchte er die katholische Stimme zu populären Themen in Gesellschaft und Politik stärken und richtet sich insbesondere auch an Nicht-Gläubige.
Auf Instagram folgen dem 65-jährigen bereits mehr als 500.000 Menschen.
Der von linksradikalen Kreisen vielgeschmähte Bischof von Winona-Rochester (USA) verwies seine Kritiker jedoch als würdiger Preisträger lächelnd in ihre Bedeutungslosigkeit.
Ein fruchtbarer Dialog zwischen progressiven und konservativen Vertretern unserer Gesellschaft möge in Zukunft solche Vandalismus-Schmierereien an kirchlichen Gebäuden verhindern.
13. August 2025
Gisela Hammerschmidt
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+ + + im Interview mit der SÜDWEST PRESSE + + + Der Ulmer Daniel Rottmann will für die AfD zurück in den Landtag + + + Im Interview erklärt der 55-Jährige, wo er politisch steht und wie die Positionen der Partei zu seinen christlichen Werten passen + + + Interview mit den SWP-Redakteuren Alexander und Magdi Aboul-Kheir + + + Erschienen am 24. Juni 2025 + + +
Toleranz ist nicht, alles gutzuheißenAls Daniel Rottmann 2013 nach Ulm kam, hatte er mit der Politik abgeschlossen. „Die kleinen Parteien, das bringt alles nichts“, sagte er sich, nach langem Engagement etwa in der Partei Bibeltreuer Christen. Doch als die AfD 2014 ins Europaparlament einzog, füllte er noch am Wahlabend den Mitgliedsantrag aus: „Zu sehen, dass da eine neue konservative Kraft ist, die Erfolg hat, hat mich motiviert“, sagt der 55-Jährige. Von 2016 bis 2021 war er Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Ehingen. Seit 2024 ist er Ulmer Stadtrat und hat nun mit Listenplatz 27 gute Aussichten, in den Landtag zurückzukehren – diesmal für den Wahlkreis Ulm.
Herr Rottmann, was haben Sie aus Ihrer ersten Zeit im Landtag, als es in der AfD hoch herging, mitgenommen?
Das war eine spannende Zeit. In der Fraktion herausfordernd. Im Petitionsausschuss hat es mir Spaß gemacht, die Anliegen der Bürger zu sehen und zu schauen, was man ändern kann. Auch die Arbeit im Innenausschuss, die Rededebatten mit Thomas Strobl.
Wenn Sie drei Gesetze auf den Weg bringen könnten – welche wären das
Auf jeden Fall Unterstützung von Familien. Wenn ein Kind geboren wird, sollten Eltern aus ihren Renteneinzahlungen 10.000 oder 20.000 Euro zurückerstattet kriegen, um als Familie einen Anschub zu haben. Zweitens: Ausgaben für die Klimaideologie stoppen und auf den Prüfstand stellen, um Kommunen, Bürger und Unternehmen zu entlasten. Gesetze erlassen wäre nur das eine, das andere: etwas zurückzunehmen. Da würde ich alle Einschränkungen von Verbrennern zurücknehmen.
Zur Förderung der Familien. Berechnungen im letzten Bundestagswahlkampf haben gezeigt, dass steuerpolitische Ziele der AfD eher höhere Einkommen stärken würden. Wie passt das zu einer „Partei des Volkes“?
Das sehe ich nicht so. Die Frage ist auch, was man rechnet. Wenn man auf Bundesebene die 30 Milliarden Entwicklungshilfe zusammenstreichen würde oder vieles, was für Klimaideologie ausgegeben wird, dann könnte man vieles finanzieren. Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind das eine, aber wenn man dafür die Wirtschaft an die Wand fährt, zerstört man die Lebensgrundlagen. Auch würde es Kosten reduzieren, wenn man diejenigen, die ausreisepflichtig sind, wirklich abschiebt.
Sie benützen das Wort Klimaideologie. Es gibt aber wissenschaftlichen Konsens über den menschengemachten Klimawandel.
Umweltschutz ist wichtig, es wurde schon viel erreicht. Aber wenn es um Wissenschaft geht: Viele Länder um uns herum bauen wieder Atomkraftwerke, Deutschland ist die Ausnahme. Wie weit ist das wissenschaftlich gestützt?
Sie haben Theologie studiert, sind Christ, wollen für ein humaneres Deutschland eintreten. Wie passen die AfD-Positionen zu Minderheiten, sei es in Fragen sexueller Identität oder bei Menschen mit Behinderung, zu diesen Werten? Die Lebenshilfe ruft etwa dazu auf, daher nicht AfD zu wählen.
Wenn andere meinen, sich von uns abgrenzen zu müssen, ist das deren Sache. Aber bei uns engagiert man sich beispielsweise für das Lebensrecht Ungeborener.
Aber wie passt das zu Ihrem Menschenbild? Gehört nicht Toleranz zu christlichen Werten?
Toleranz heißt nicht, dass ich alles gutheißen muss. Und ich wundere mich schon über Kirchen, die von Vielfalt und Toleranz reden und uns dann als AfD abstruseste Sachen unterstellen, als wären wir die Leibhaftigen.
So oder so: Ihre Partei hat ein weltanschauliches Spektrum von rechtskonservativ bis zum Höcke-Flügel. Wo stehen Sie?
Ich mag kein Flügeldenken und bin froh, dass wir das in Baden-Württemberg recht gut überwunden haben. Ich komme mit den meisten sehr gut zurecht, nur mit wenigen tue ich mich schwer. Ich sehe mich selbst im konservativ-bürgerlichen Bereich. Der Begriff patriotisch passt ebenso, auch wenn ich ihn wenig verwende. Vielleicht hätte man mich in der CDU der 80er Jahre wiederfinden können – aber der habe ich damals schon nicht über den Weg getraut, trotz inhaltlicher Schnittmengen.
Unter welchen Bedingungen könnten Sie sich eine Koalition mit der CDU vorstellen?
Auch wenn die CDU das regelmäßig bestreitet, haben wir 80 Prozent inhaltliche Übereinstimmung. Wenn die CDU das ernsthaft umsetzen würde, wäre eine Koalition sinnvoll. Aber man sieht bei Friedrich Merz ja schon wieder die gebrochenen Wahlversprechen. Reduzierung der Schulden? Thema Migration? Da müsste die CDU erstmal zur Ehrlichkeit zurückfinden.
Aber Sie könnten sich eine Koalition vorstellen?
Ja, klar.
Sie wollen Ulmer Landtagsabgeordneter werden. Um was konkret für Stadt und Region zu tun?
In vielen Punkten sind wir sehr gut aufgestellt. Wichtig ist, dass es beim Straßenbau und bei den Brücken vorangeht, auch beim Hauptbahnhof. Dann die Bildungspolitik, da ist zu viel herumexperimentiert worden. Also die Schulen stützen, auch Sicherheit ist dort ein Thema. Die Lehrer motivieren, die Zustände in manchen Klassen werden immer herausfordernder. Man sollte zu einem dreigliedrigen Schulsystem zurückkehren, weil Einzelne da besser gefördert werden. Es ist absurd, von jedem ein abgeschlossenes Studium zu erwarten, das tut der Gesellschaft nicht gut. Wir brauchen mehr Handwerker und Meister.
Die AfD hat in Baden-Württemberg starke Entwicklungsphasen durchlaufen. Waren Sie mal an einem Punkt aufzuhören?
Nein. Ich war vorher lange bei christlichen Kleinparteien aktiv. Das hat mich später davon abgehalten, in schwierigen Zeiten die AfD-Landtagsfraktion oder gar die Partei zu verlassen – man kann nur etwas erreichen, wenn man drinbleibt.
Die AfD wurde vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft, die Einstufung aber ausgesetzt. Wie finden Sie unsere Verfassung und das Grundgesetz?
Schon als Schüler in den 80er Jahren habe ich mich mit Grundgesetz, politischen Strukturen und Wahlen befasst. Also ganz klar: Ich stehe hinter dem, was die Väter des Grundgesetzes geschrieben haben. Die Menschenrechte darin gründen auch auf christlichen Werten, das föderale System begeistert mich. Manches hat eine Schieflage bekommen, da sollte man mehr zu dem zurück, wie es gedacht war.
Seit zwölf Jahren in Ulm
Daniel Rottmann, 1969 in Lübeck geboren, stammt aus einer freikirchlichen Pastorenfamilie. Er wuchs im Schwarzwald auf, hat Theologie studiert, dann eine Ausbildung als Buchhändler gemacht und 15 Jahre in dem Beruf gearbeitet, meist in Norddeutschland. 2013 kam er nach Ulm. 2014 trat er in die AfD ein, von 2016 bis 2021 war er für die Partei im Landtag.
Er sei mittlerweile in Ulm heimisch geworden: „Ich mag das Wasser, die Blau noch mehr als die Donau. Die Häuser in der Altstadt. Die starke Gastronomie. Den weiten Blick vom Hochsträß.“ In seiner Freizeit liest er gern (aktuell: „Die dunkle Seite der Macht“), schaut Filme und fährt gern weg; zuletzt war er in Thüringen mit den „Christen in der AfD“, deren Mitglied er ist. Daniel Rottmann wohnt in Söflingen und ist ledig.
Mit freundlicher Genehmigung der SÜDWEST PRESSE Foto: Volkmar Könneke, 2025
Link zum Artikel im Original: Interview in der SÜDWEST PRESSE
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+ + + Medieninformation der Christen in der AfD Mitteldeutschland + + + Keinen Bock auf (diese) Kirche + + + Sinnkrise wegen altem deutschen Tischspruch + + + Alexandra Hochmeister / Jörg Kühne + + +
Keinen Bock auf (diese) KircheLEIPZIG 12.07.2025 Alexandra Hachmeister ist gewählte Leipziger Stadträtin. Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder führt sie erfolgreich die gleichnamige Bäckerei mit zwei Filialen. Wer im Internet nach dem Unternehmen sucht, wird schnell bei NIUS oder TAG24 fündig. Beide Medien berichteten Anfang des Jahres über Anschläge.
Das "Problem": Hachmeister sitzt für die AfD im Stadtparlament. Linke Kräfte glaubten sich deshalb wiederholt berufen, die Front der Läden großflächig mit schwarzer Farbe oder Teer zu "verzieren", Schriftzüge zu hinterlassen und die Nachbarschaft mit verunglimpfenden Flugblättern "beglücken" zu dürfen.
Einfältige wie gleichermaßen boshafte Botschaft: "Kein Bock auf Nazibrötchen!" Die Stammkundschaft der Bäckerei ficht das nicht an. Eher habe man neue Gesichter gesehen, erklärt Alexandra Hachmeister, die selbst parteilos ist, gegenüber NIUS. Die Bewertungen der Bäckerei bewegen sich auf hohem Niveau.
Deshalb zählte wohl auch der örtliche kirchliche Kindergarten zu den Brötchenkunden. Der erste Besuch des Pfarres galt allerdings nicht der Qualität der Backwaren und entsprang auch nicht gelebter Solidarität gegenüber Anschlagsopfern in der Gemeinde, sondern entpuppte sich als eine Art Gesinnungstest.
So jedenfalls empfand Alexandra Hachmeister das Gespräch, welches kurz nach ihrer Wahl auf Wunsch des Pfarres zustande kam. Dieses allerdings sei gut verlaufen, im Ergebnis die Fraktionszugehörigkeit im Stadtrat "geduldet" worden. Vorerst wurden also weiterhin leckere Brötchen wöchentlich geliefert.
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Schlagartig ändern sollte sich das als die Bäckerei einen neuen Transporter beschaffte und diesen beklebte. Darunter auch ein unverdächtiger Sinnspruch, der auch heute noch an der Fassade einer alten Bäckerei im Wietzendorf (Heide) zu entdecken ist. Die beliebte App komoot führt sie als "Wander-Highlight".
Ein Nutzer: "Der Sinnspruch mag heute anachronistisch erscheinen, aber es gab auch Zeiten, wo man noch wusste, dass Brot nicht im Supermarkt wächst." In Leipzig nahmen dagegen unappetitliche Dinge ihren Lauf. Zuerst flatterte ein Zettel des Kindergartens ein: "Bitte um Rückruf zwecks NS-Zitat".
Kurz darauf eskalierte die Situation mit einem Besuch des Elternsprechers. Nach heftiger Diskussion in der Einrichtung habe man sich entschlossen, keine Brötchen mehr von der Bäckerei zu beziehen. Jedenfalls nicht, "solange Alexandra Hachmeister weiter in der AfD-Fraktion säße", beschied er.
Für Alexandra Hachmeister stellt sich die Frage, mit welchem Recht ihr die Kirche vorschreibt, in welcher Fraktion sie zu sitzen habe. Für sie ist klar: "Die Kirche hat sich in politischen Dingen neutral zu verhalten. Diese dreiste Einmischung in meine persönliche Freiheit ist nicht tragbar."
Ihr Entschluss steht deshalb fest: "Wir werden austreten." Damit ist sie eine von Millionen Gläubigen, die der Kirche in Deutschland inzwischen den Rücken gekehrt haben. Und selten werden die Gründe dafür so deutlich sichtbar wie in ihrem Fall. Für die Kirche ist das weit mehr als nur ein Armutszeugnis.
Foto: Alexandra Hachmeister 2025
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